Was man in Bezug zum Klang zu Konventionen und Subjektivität sagen kann, gilt im Grunde auch für die Lichtfarben. Bei den Farben, zumindest wenn man sie isoliert betrachtet, gibt es allerdings eine größere Schnittmenge von übereinstimmenden Einschätzungen, da die Farben, im Vergleich zu den Rhythmen und Harmonien der unterschiedlichen Kulturen, naturgemäß weltweit eine größere Ähnlichkeit aufweisen - besonders wenn es sich um homogene Farben handelt.
Einfach vorstellbar ist jedoch, daß zum Beispiel die Farbe Grün für Bewohner so unterschiedlicher Regionen wie der Arktis, der Sandwüste und des Regenwaldes, sehr unterschiedliche Bedeutungen trägt und Wirkungen verursacht. Man findet auch sich diametral gegenüberstehende Einschätzungen oder Positionierungen von Farbwirkungen und Farbbedeutungen.
So ist als eines der einfachsten und bekanntesten Beispiele die unbunte Farbe Weiß in Indien Farbe der Trauer, wohingegen in Europa meißt Schwarz für den gleichen Anlaß gewählt wird. Ein weiteres Problem ist, daß sich die meisten seriösen Texte mit Materialfarben auseinandersetzen, nicht mit Lichtfarben und Farblichtmischung. Zu der Wirkung von sich kontinuierlich verändernden Lichtstimmungen eines ganzen Raumes gibt es meiner Recherche nach keine Forschung. Die Methoden und Untersuchungen die sich mit deckenden Materialfarben beschäftigen, sollen aber zum Teil Eingang finden. Farblichtforschung gibt es nur vereinzelt außerhalb der Esoterik. Die Ambivalenz der esoterischen Auslegungen machen diese unbrauchbar.