Die Wahl der Klangästhetik ist durch die Untersuchung von verschiedenen funktionalen Anwendungsgebieten von strukturiertem Klang gefallen, von Texten zur passiven Musiktherapie, zur rituellen Heilung unter Zuhilfenahme von Klang, zum religiösen ekstatischen Ritual, und von funktionaler Musik im Dienste der Industrie. Häufig ist die Art der Anwendung durch die Beeinflussung der körpereigenen Rhythmen von Atmung und Herzschlag, oder der zu unterstützenden Tätigkeit gekennzeichnet. Für die Absicht eine generative Applikation zu programmieren ist aber diese Art, Harmonien und repetitive Rhythmen als Parameter zu betrachten, nicht besonders geeignet. Die Rezeption von Musik ist in starkem Maße durch gesellschaftlichte Konvention, Sozialisierung, Bildung, und persönliche Erfahrung geprägt. Elektronische Klänge werden zum Beispiel vom Großteil der älteren Menschen eher als befremdlich empfunden, Klänge von konventionellen Instrumenten wie Viola und Klavier hingegen als „natürlich“. Die Konvention wird hier zur zweiten Natur.