Ipomea-Tricolor: Raum

Die Ipomea-Tricolor ist eine mit Farblicht und Raumklang medial bespielte, interaktive, mobile Rauminstallation. Ich bin seit einer Vorläufer-Installation aus dem Jahr 2000 für die Medienkonzepte, die Programmierung und Komposition verantwortlich.

Die ersten Versionen der Ipomea-Tricolor sind langjährige gemeinschaftliche Entwicklungen gewesen, in die drei Diplomarbeiten, so auch meine, eingebracht wurden.

Die dritte Version wurde aus der Universität heraus, genauer über die Exist-Seed Förderung und den Auftrag der ExperimentaDesign Biennale 2003, entwickelt und finanziert. Ich habe 2008 die aktuelle vierte Version finanziert und zusammen mit dem Produktdesigner Lutz Brück neu konstruiert und aufgebaut. Lutz Brück zeichnete schon viele Elemente und Details der dritten und nun auch der vierten Version der Installation.

Es handelt sich um einen aus Stabtragwerken umbauten Raum, mit einer innen eingespannten, textilen, geschlossen amorphen Membran. Von in den Stäben des Tragwerks angebrachten LEDs in den Farben Rot, Grün, und Blau, wird additiv gemischtes farbiges Licht auf die textile Membran projiziert. Über ein innen an den Knotenpunkten des Stabwerk angebrachtes sechskanaliges Klangystem (ein externer Basslautsprecher) werden Klänge interaktiv und generativ über einen Rechner eingespielt. Innen ist Raum für einen oder mehrere Teilnehmerinnen. Die Interaktivität resultiert aus der Möglichkeit der Teilnehmer_in, die medialen Inhalte über körpereigene Signale, die von einem Sensor an den Rechner übermittlet werden, zu steuern - also Licht und Klang zu variieren. Dies geschieht über ein EEG.


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

Die Installation ist ein textiler geschlossener Raum der optimale Voraussetzungen für einen immersiven artifiziellen Medienraum bieten.
Am zeitlos technoiden geodätischen Raumtragwerk lassen sich unterschiedlichste Medientechnologien angbringen. Der opake transluzente Stoff, der dem Innenraum seine amorphe Form gibt, lässt die Technik innen verschwinden, und ist als Rückprojektionsfläche geeignet. Die amorphe Form löst die alltägliche Raumerfahrung ab, und öffnet somit für die Wahrnehmung der künstlich erzeugten Klang- und Farbräume.

Die Möglichkeit über die mediatisierte Erfahrung von meist unbewußten körpereigenen Signalen, Licht und Klang des physikalischen Raums zu kontrollieren, setzt einen Kreis der Bewußtwerdung in Gang. Da die Biosignale Klang und Licht steuern, geschieht eine Transformation der inneren Bewegungen in Klang und Licht - und damit in Raumparameter, die rückwirkend auf die Teilnehmerin Einfluß nehmen, hier also wiederum auf die innere Aktivität, und damit die Biosignale Einfluß nehmen. Der Raum ist also dialogbereit, ansprechbar, und formbar.